Text: T. Findeisen    Fotos: T. Findeisen, R. Schulze

Am 08. Oktober wurde der mittlerweile „25. Tag der Fallschirmjäger“ in Altenstadt an der Luftlande-/Lufttransportschule gefeiert.

Dieses Jahr wollte ich mir, nach einiger Zeit meiner Mitgliedschaft im BDF, diesen Tag live ansehen. Zusammen mit meinem erfahrenen Kameraden Roland Schulze fuhren wir nach Altenstadt.

Am Vormittag des 08. Oktober nahm ich als Gast an der Mitgliederversammlung des Fördervereins für das Fallschirmjäger-Museum in Altenstadt teil. Roland Schulze ist Mitglied des Vereins, der mittlerweile über 80 Mitglieder hat. Für mich am interessantesten war die Präsentation von Herrn Haggenmiller bzw. Herrn Petz über den Stand der Digitalisierung des Fallschirmjägermuseums mit der Webseite http://www.fallschirmjäger-museum-digital.de . Diese Digitalisierung ist schon sehr fortgeschritten. Mit Hilfe von KI wurden u. A. aus altem Bildmaterial Animationen geschaffen, die einen lebendigen Eindruck der Aktionen vermitteln.

Nach dem sehr guten Mittagessen in der Truppenküche – meine „Truppenküchenzeit“ liegt mittlerweile 40 Jahre zurück – ging es in den Raum 220, der „Packhalle“ zur Packvorführung des neuen Automatik-Fallschirmsprungsystems EPC-B. Das Kürzel steht für den französischen Eigennamen – Ensemble de Parachutage du Combattant, also „Gefechtsfallschirmsystem“, das Kürzel „B“ wiederum steht für die belgische Version – die diese Variante als erstes Land beschafften. Der Fallschirm wird von dem französischen Hersteller Safran seit Mitte 2024 vertrieben.

Die Packvorführung wurde von Stabsfeldwebel Keller geleitet. StFw Keller ist seit 1984 Fallschirmpacker und hat in seiner bisherigen Laufbahn über 4.000 Fallschirmsprünge absolviert, sowie über 40.000 Fallschirme gepackt, ist also sehr gut mit den verschiedenen Systemen der vergangenen 40 Jahre vertraut. Er nannte die technischen Daten des neuen Systems EPC-B, erläuterte seine Vorzüge, bekannte auf Nachfrage, dass der in meiner aktiven NVA-Zeit (1982 – 1985) genutzte Fallschirm RS-9/2A aus Seifhennersdorf (jetzt Fa. Spekon) auch ein hervorragender Schirm war/ist, den er gerne bei der Fallschirmtruppe der Bundeswehr gesehen hätte.

Bei der Packvorführung wurde jeder Packvorgang/Packabschnitt genau erläutert, auf alle Fragen der interessierten Anwesenden eine Antwort gegeben, bis der fertig gepackte Schirm in seinem „Verpackungssack“ auf dem Packtisch lag.

Nach der sehr guten Vorstellung des neuen Fallschirmes wurde der Transall C-160 ein Besuch abgestattet. Sie präsentiert sich seit 2021 als Teil der militärgeschichtlichen Sammlung in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne. Auch hier hatten die anwesenden Kameraden auf Fragen stets eine Antwort parat.

Am Nachmittag trafen wir im Casino auf die Augsburger Kameraden unter K.-H. Fischer. Ein freudiges Wiedersehen seit der Kreta-Reise im Mai.

Um 17:00 Uhr fand auf dem Appellplatz unter Leitung von Oberstleutnant Markus Daniel der Appell zum Tag der Fallschirmjäger statt. Nachdem er mit dem General der Infanterie, Brigadegeneral Andreas Steinhaus, und dem Altenstadter Bürgermeister Andreas Kögl die Formationen abgeschritten hatte, begrüßte er die anwesenden Gäste. Neben hochrangigen Offizieren, ehemaligen militärischen Wegbegleitern der Schule und Gästen aus den Niederlanden, Frankreich und Italien waren auch einige zivile Besucher anwesend. Das Musikkorps aus Ulm übernahm die musikalische Gestaltung des Appells.

Nach den Reden des Standortkommandanten Daniel, des Brigadegenerals Steinbach und des Bürgermeisters Kögl wurden gemeinsam Kränze zum Gedenken an alle gefallenen oder zu Tode gekommenen Kameraden, Fallschirmjäger und Transportflieger am hiesigen Mahnmal niedergelegt. Für den Bund Deutscher Fallschirmjäger tat das der Geschäftsführende Bundesleiter, Leutnant a. D. Roland Lukaschek.

Ab 19 Uhr fand in der Mehrzweckhalle der Kameradschaftsabend statt. Aus der Gulaschkanone gab es Gulasch mit Nudeln, vom „Bierwagen“ die Getränke. Für sehr gute Stimmung, wie man sie auf Volksfesten in Bayern kennt, sorgte die Stadtkapelle Schongau. Teilweise verstand man fast nicht mehr sein Gegenüber. Es gab viele und intensive Gespräche unter den Teilnehmern, u. A. sprachen die Kameraden des Bundesvorstandes Lukaschek und Lauter mit den italienischen und anderen Gästen. Mit dem BDF-Kameraden Stefan Taddeo aus Herford – wir haben fast zur gleichen Zeit in den sich damals gegenüberstehenden Armeen gedient – gab es den ganzen Abend einen regen Austausch. Mit einer Gruppe junger Soldaten, Absolventen des gerade beendeten Sprunglehrgangs, haben Kamerad Roland Schulze und wir über den BDF mit seinem „Sinn und Zweck“ und über das Fallschirmjägerleben früher und heute gesprochen.

Am späteren Abend hatte ich noch die Gelegenheit, mit dem Brigadegeneral Andreas Steinbach ein kleines Gespräch zu führen. Ich stellte mich als ehemaliger NVA-Fallschirmjäger und jetziges Mitglied im BDF vor. Wir verstanden uns gut, denn „Wir alle haben den unverwechselbaren Geist der Fallschirmjäger, der uns verbindet“. Neben aktuellen politischen Themen sprachen wir über einige persönliche Wünsche, die aber in der jetzigen Zeit leider nicht möglich sind. Zum Abschluss unseres kurzen Gespräches gab es noch ein gemeinsames Foto. Danke Herr General für das gute Gespräch.

Am Sonntag, nach dem Frühstück, ging es wieder 500 km in die Heimat zurück.

Resümee: Es war ein erster schöner Besuch in der Luftlande- und Transportschule Altenstadt, es gab etliche gute Gespräche mit den Angehörigen der Bundeswehr und anderen Kameraden des BDF. Leider war das Wetter trüb und ungemütlich. Etwas mehr Werbung für den BDF, bei den jungen Soldaten oder Lehrgangsteilnehmern, wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. Wo kommen schon mal über 500 Fallschirmjäger zusammen?

„Glück ab!“

Tag der Fallschirmjäger 2025 – Eindrücke